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Chromgelb - ausverkauft, nicht mehr lieferbar!



Chromgelb ist in allen leuchtenden Gelbtönen bis in den Orangebereich erhältlich, mit Ausnahme ganz heller Zitrontöne. Ansonsten steht es farblich den Cadmiumgelbtönen und entsprechenden lichtechten Teerfarbstoffen in nichts nach.

Bei hellen Chromgelbtypen handelt es sich um ein Bleichromat (PbCrO4), bei orangefarbigen Sorten, als Chromorange gehandelt, ist zusätzlich Bleihydroxid (Pb(OH)2) eingebaut. Wenngleich man Chromgelb durch eine einfache Fällungsreaktion aus einem löslichen Bleisalz und Kaliumdichromatlösung erhalten kann, werden industriell auch andere Verfahren angewandt.

Da Chromgelb sowohl Blei als auch Chromat enthält, ist es als gesundheitsschädlich einzustufen. Das Chromat steht überdies im Verdacht, krebserzeugend zu sein.

Chromgelb wurde erstmalig 1797 dargestellt und ab 1818 fabrikatorisch gefertigt. Die damalige Chromgelbtöne waren jedoch nur bedingt beständig. Unter Einfluss von Schwefel oder schwefelhaltigen Pigmenten konnten Bräunungen oder Schwärzungen, die sich als Verfärbung ins Grünliche bemerkbar machten, auftreten. Auch in Öl neigte Chromgelb zum Nachdunkeln.
Da es zum einen eher auf den Markt kam, als die zuverlässigen Cadmiumpigmente und zum anderen wesentlich preiswerter als diese ist, hatte es nicht nur damals eine umfangreiche Anwendung erfahren. Der bekannte Maler Vincent van Gogh beispielsweise, konnte sich das teure Cadmiumgelb nicht leisten. Das Resultat war, dass sich die leuchtenden Gelbpartien in seinen Bildern veränderten! Im Laufe der Zeit ist Chromgelb jedoch mehr und mehr verbessert wurde. Heutzutage wird Chromgelb in einem speziellen Verfahren gecoatet (ummantelt), was es unempfindlich gegen Schwefel und unerwünschte Verfärbungen macht. Das bedeutet, dass wir heute im Chromgelb einen praktisch absolut zuverlässigen Farbton vorliegen haben! Dies ist umso interessanter, da die verschiedenen Chromgelbtypen sehr preiswert sind.

Chromgelb stellt ein sehr weiches, etwas schweres Pulver dar, welches leicht anzureiben ist. Seine Deckfähigkeit ist hervorragend, in dünnem Auftrag lassen sich auch lasierende Wirkungen erzielen. Mit Ausnahme von Kalk und Silikat ist modernes Chromgelb in allen Techniken einsetzbar; als Pastellfarbe sollte man es jedoch wegen des gesundheitsschädlichen Staubes meiden. Chromorangetöne gelten auch als kalkecht. In Öl ist Chromgelb aufgrund des Bleigehaltes ein guter Trockner. Wem Chromgelb in Öl trotz der verbesserten Beständigkeitseigenschaften zu unsicher ist, der kann es auf jeden Fall bedenkenlos in Gouache, Tempera oder Acryl einsetzen.

Bis vor kurzem waren noch verschiedene Mischtöne unter der Bezeichnung Chromgrün im Handel. Bei diesen Farben handelt es sich um sehr zuverlässige Materialien, da eine mögliche Vergrünung in Öl nicht ins Gewicht fiel.

Auf nassem Wege wurde hier Chromgelb mit Preussischblau, aber auch mit Heliogenblau in unterschiedlichen Mengenverhältnissen verkollert. Aufgrund der Giftigkeit ist man inzwischen auf Mischungen mit organischen Pigmenten ausgewichen, die über gleich gute oder gar bessere Beständigkeitseigenschaften verfügen.